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Wo geht es mit dem Battle Royale Genre hin?

Der Release von Blackout hat einiges bewegt und jetzt wollen die Gamer wissen, ob das noch zu toppen ist.

Kistenabwurf in Fortnite

Call of Duty: Black Ops 4 ist endlich da und hält mit Blackout eines der ausgefeiltesten Battle-Royale-Spielerlebnisse bereit, die es bisher gegeben hat.

Blackout bedient sich der Elemente, die Spieler am Battle-Royale-Genre schätzen gelernt haben und erfüllt sie mit Treyarchs Fähigkeit, ein hochwertiges Produkt abzuliefern.

Doch nun da Blackout erhältlich ist und die Erwartungen sprengt, bleibt eine Frage offen:

In welche Richtung kann sich das Genre „Battle Royale“ jetzt entwickeln?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst eine Reise in die Vergangenheit machen, zum Fundament solider Vertreter dieses Genres, die vor diesem Spiel erschienen sind.

DayZ

DayZ Farm

Auch wenn DayZ genaugenommen nicht dem Genre „Battle Royale“ zugeordnet wird, kann man das Spiel als den Ursprung des „Der letzte Überlebende gewinnt“-Modus betrachten.

Spieler wurden auf einer Karte abgesetzt und hatten die Aufgabe, Ausrüstung zu suchen und gegnerische Spieler auszuschalten, denen sie über den Weg laufen konnten. Bei all dem galt es, nicht der Zombiehorde zum Opfer zu fallen.

Aufgrund der Größe der Karte waren Begegnungen zwischen Spielern rar gesät. Wenn sie jedoch stattfanden, zogen sie häufig einen heftigen Kampf nach sich.

Überleben ist das Hauptelement in DayZ. Dieses Grundprinzip kann man als den Samen einer Idee sehen, der im Battle-Royale-Genre gewachsen ist.

H1Z1

H1Z1 Maschinenpistole

Schnell haben Entwickler das Potenzial von Spielerkämpfen während eines DayZ-Matches erkannt und beschlossen, es auf seinen Kern zu reduzieren. So entstand H1Z1.

Anstelle einer durch KI gesteuerten Bedrohung wurden die Spieler schlicht in einem kleineren abgegrenzten Gebiet eingepfercht und dazu gezwungen, sich nacheinander auszuschalten, bis nur noch ein Spieler oder Team übrig blieb.

Obwohl H1Z1 der letzte Schliff fehlte, funktionierte diese Formel.

PlayerUnknown’s Battlegrounds

PUBG Wald

Wenn H1Z1 die Formel bewiesen hat, dann hat PlayerUnknown’s Battlegrounds die wissenschaftliche Fachzeitschrift verfasst.

PUBG hat das, was andere Spiele dieses Genres erreicht haben, aufgegriffen, die Schwachstellen erkannt und sie behoben und gleichzeitig die Stärken verdoppelt.

Die Tatsache, dass Spieler trotz all der Fehler, Schwierigkeiten und Verbindungsprobleme nach wie vor in die Lobbys strömten, um mehr Spielzeit kämpften und sich gegenseitig auf Twitch beim Spielen zusahen, ist der beste Beweise für den Erfolg von PUBG.

Die präzise und planbare Handhabung von Schusswaffen, das Gefühl von Dringlichkeit bei der Suche nach Gegenständen und die adrenalingeladenen Momente, die zum Sieg führen, der vom Spiel mit dem Titel „Gewinner Gewinner Hühnchen-Dinner“ quittiert wird, haben PUBG zum König der Battle-Royale-Games gemacht.

Fortnite

Doch jede Regentschaft muss irgendwann enden und Epic Games heckte in Anbetracht des Erfolgs von PlayerUnknown’s Battlegrounds einen Plan aus, um den König vom Thron zu stoßen.

Fortnite begann als bodenständiges Festungsbau- und Zombieabwehr-Spiel, doch Epic Games erkannte den Erfolg von PUBG und machte eine komplette Kehrtwende.

Es fühlte sich an, als wäre es über Nacht passiert: In einem Moment hatte Fortnite ein bisschen Aufmerksamkeit, im nächsten Moment wurde es bereits als PUBG-Killer betitelt.

Was Fortnite vor allem anderen bot, war ein Free-to-play-Modell, das allen Spielern den Zugang zu Fortnite ermöglichte, unabhängig von ihrem Alter oder ihrer finanziellen Situation.

Was die Spieler immer wieder zurückkehren ließ, war jedoch mehr als nur der Gratisfaktor – es waren die bunteren Farben, urkomische Emotes sowie das Bausystem im Minecraft-Stil, das Übung erforderte.

Zusammen erschufen all diese Elemente etwas, das wahrhaft einzigartig war auf einem Markt, der zunehmend von Battle-Royale-Spielen dominiert wurde.

Es ist unbestreitbar, dass Fortnite mit seinem Battle-Royale-Modus etwas Besonderes erschlossen hat und es wird interessant sein, zu verfolgen, wie sich der Modus weiterentwickelt, nun da andere Entwickler in den Ring gestiegen sind.


Fortnite Season 5Mehr erfahren: Die kleinen Änderungen, die den Sound von Fortnite Season 6 richtig klingen lassen

Season 6 von Fortnite hat mehr gebracht als nur neue Skins, Schattensteine und eine überarbeitete Battle-Royale-Karte –

Auch eines der wichtigsten Tools aus dem Arsenal der Spieler zum Gewinnen für Matches wurde überarbeitet: der Sound.


Last Tide

Last Tide Unterwasserkampf

Zahlreiche andere Battle-Royale-Spiele sind angetreten, obwohl viele von ihnen ein und dasselbe Spielerlebnis mit leichter Abänderung bieten.

Einige trumpfen mit Schneewetter auf, andere konzentrieren sich mehr auf die Waffen- und Körpersysteme. Und dann gibt es da noch Last Tide, ein Battle-Royale-Spiel, bei dem Spieler in die Tiefen des Ozeans abtauchen.

Anstatt an Land zu kämpfen, sind die Spieler mit einer Tauchausrüstung ausgestattet und treten unter den wogenden Wellen gegeneinander an.

Besonders interessant an dieser Evolution ist die Tatsache, dass sich Spieler nicht nur im zweidimensionalen Raum bewegen, sondern auch nach oben oder unten schwimmen können.

Diese neue Bewegungsebene muss bei der Entscheidung, wie man sich am Kampf beteiligen will, berücksichtigt werden. Das gibt Spielern mehr Freiheit und Kreativität.

Last Tide ist ein ausgezeichnetes Beispiel, wie man etwas Neues zur Diskussion beiträgt, da jede einzigartige Idee oft zu Innovation führen kann.

Blackout

Call of Duty Blackout Hill

Dann stieg Treyarch in den Ring und verkündete: „So macht man Battle Royale.“

Call of Duty: Black Ops 4 führte Blackout ein, den ersten Vorstoß von Call of Duty in das Genre „Battle Royale“. Die Wellen, die es seit seiner Veröffentlichung geschlagen hat, sind beachtlich.

In Scharen strömen die Spieler zu Blackout, um zu den Waffen zu greifen und ein ausgefeiltes, hochwertiges und rasantes Battle-Royale-Spiel zu erleben.

Es stellt sich die Frage, welche Richtung die Entwickler von hier an einschlagen können.

Man kann davon ausgehen, dass alle Spiele von nun an mit einem Battle-Royale-Modus aufwarten werden (ganz wie die Verschiebung hin zu Spielen, die ein Mehrspieler-Erlebnis oder einen Zombiemodus bieten). Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, einen Weg zu finden, wie dieser Modus neu und aufregend bleibt.

Spieler finden sich schnell ein, wenn ein Erlebnis ihre Zeit wert ist. Es muss neu und aufregend sein und zudem genug Feinschliff besitzen (oder in Aussicht stellen), damit sie ihre wertvolle Zeit in das Spiel investieren.

Das Genre in neue Umgebungen zu verfrachten, ist eine Möglichkeit. Dies war zum Beispiel bei Hunt: Showdown der Fall, das in Louisiana spielt und ein Kopfgeldjagd-System bereithält. Ein weiterer Weg ist eine komplett neue Mechanik wie Fortnite mit seinem Bausystem.

Wie mit der Nachfrage nach Battle-Royale-Modi in ihren Spielen am besten umzugehen ist, haben die Entwickler zu entscheiden.

Von nun an werden die Spieler ein ausgefeiltes Spielerlebnis erwarten, welches das Genre letztendlich erweitert.

Wir können nicht voraussagen, welcher Evolutionsschritt als Nächstes im Genre „Battle-Royale“ stattfindet, sind jedoch bereits sehr gespannt auf die Zukunft.