Games

Verfilmungen & Serien aus Games: Warum das für beide Seiten eine gute Sache ist

Es mag auch schlechte Beispiele geben, aber grundsätzlich ist die Verfilmung von Videospielen als Serie oder Film erst mal für alle Seiten positiv. Doch der Weg war steinig.

So richtig ging es mit der Verfilmung von Videospielen in den Neunzigern los und man muss einfach sagen: Das war alles nicht so großartig. Klar, viele dieser Filme (wie Super Mario Bros und Street Fighter) haben inzwischen Trash-Kult-Status erreicht, aber eigentlich waren sie nur ein weiterer Weg, aus einem erfolgreichen Spiel noch mehr Kapital zu schlagen. Man nahm bekannte Schauspieler und machte damit Werbung, Story und Umsetzung waren Nebensache. Das hat sich in den letzten Jahren geändert und es zeigt sich, dass sowohl für die Entwickler als auch für die Filmemacher viele positive Synergieeffekte ergeben, wenn eine Verfilmung – entweder als Serie oder als Film – gut gemacht ist.

Die Evolution von Spieleverfilmungen
Jenseits von den oben genannten 90er Verfilmungen, fing die Evolution praktisch mit zwei Filmen an: zum Einen mit Final Fantasy – The Spirits Within (eine animierte Verfilmung, die wenig mit dem namensgebenden Franchise zu tun hat und trotzdem großen Einfluss hatte) und zum Anderen die Tomb-Raider-Verfilmung mit Angelina Jolie. Tomb Raider war noch im Hochglanzformat, aber viel mehr darauf bedacht, eine spannende Story zu bieten als die Verfilmungen vorher, während Final Fantasy dunkel und apokalyptisch daherkam. Videospielverfilmungen wurden langsam erwachsen, nicht mehr nur für Kinder und Fans, um mehr Merchandise zu verkaufen.

Natürlich gab es in diesem Evolutionsprozess auch durchaus Rückschläge. Der Doom-Film oder DOA: Dead Or Alive boten was fürs Auge, aber das war es dann auch schon. In diesem Zeitraum etablierte sich eine andere Spieleserie als gutes Vorbild für Verfilmungen (obwohl nicht jeder Film die gleiche Qualität hatte): Resident Evil. Nach den ersten Filmen, die oftmals der Story der Spiele sehr genau folgten, gab es eigenständige Filme, mit eigener Story, neuen Charakteren. Das bewies, dass man mit einer guten Grundgeschichte noch mehr als das Spiel erzählen konnte. Und da wir heutzutage The Witcher sehen dürfen, darüber nachgedacht wird, God of War ebenfalls als Serie zu verfilmen, können wir davon ausgehen, dass sich da noch einiges tun wird.

Gute Verfilmungen: Jeder profitiert
Aber wie profitieren jetzt alle Seiten von einer guten Videospielverfilmung? Klar, die Verleiher (oder Streaming Services) und die Lizenzgeber machen Geld, die Schauspieler sowieso. Aber was ist mit uns Gamern? Wir profitieren auf ganz verschiedene Weise. Zum einen steigt die Qualität der Umsetzungen, das ist einfach mal Fakt. Der Konkurrenzkampf zwischen Kinos, Verleihern und Streaming-Diensten ist zu hart, als dass sich jemand leisten könnte, ein schlechtes Produkt auf den Markt zu bringen. Das heißt auch, dass schlechte(re) Projekte einfach nicht gemacht werden oder schnell (bei Serien) wieder eingestellt werden. Qualität über Quantität – für uns schon mal sehr positiv.

Auf der anderen Seite haben wir durch Social Media mehr Einfluss darauf, welche Projekte angegangen werden. Wir haben weiterhin Einfluss darauf, ob Serien weitergeführt werden, obwohl sie abgesetzt wurden. Gute Beispiele – nicht aus dem Gaming, da es da noch keine Negativbeispiele gibt – sind die Serien wie Lucifer (erst beendet, dann von Netflix übernommen) oder Brooklyn-Nine-Nine, das bereits zu Grabe getragen war und jetzt sogar schon fix zwei neue Seasons bekommt. Eben weil Fans Gewicht haben und ihre Meinung per Social Media direkt an die Ausführenden tragen können. Dass das nicht immer positiv ist, ist ebenfalls klar, aber im Endeffekt setzt sich gewünschter Content durch Faneinwirkung gegen die Trolle durch.

Auf indirekter Ebene beeinflussen wir als Gamer so auch die Entwickler und Publisher. Es ist viel Geld mit Lizensierung zu machen, wenn ein Studio wie CD Projekt Red also ein Spiel entwickelt, dass nicht nur als Spiel gut verkauft, sondern eine erfolgreiche Verfilmung nach sich zieht, haben alle was davon. Das aktuellste Beispiel ist einfach The Witcher: Von Fans geliebte Videospiele, was schon eine Verarbeitung eines anderen Mediums ist (auf Basis der Witcher-Bücher), die Verfilmung auf Netflix war so erfolgreich, dass die zweite Season fast sofort bestätigt wurde und am Ende für CD Projekt Red nochmals im zweiten Schritt ein voller Erfolg. The Witcher 3 ist so populär wie nie zuvor und man darf nicht vergessen, dass das Spiel fünf Jahre alt ist. Dazu kommen noch neue Fans, die von der Serie aus entweder die Bücher lesen oder die Spiele ausprobieren. Win-Win auf allen Seiten.

Die Zukunft sieht rosig aus
Auf was können wir uns also freuen? Auf einiges! Die Qualität steigt und trotz mehr Verfilmungen unserer Lieblings-Games fällt sie nicht wieder. Eine Netflix-Serie zu God of War steht im Raum, The Witcher geht weiter, es wird neue Verfilmungen von Final Fantasy (als echter Film), Halo und Watch Dogs geben. Insgesamt eine sehr schöne Entwicklung. Aber wir haben ebenfalls eine Aufgabe: Wir müssen den Machern auf die Finger schauen und unsere virtuelle Stimme per Social Media erheben, um das Beste aus dem Ganzen herauszuholen.

Welches Game oder Videospiel-Franchise würdet ihr gern auf der Leinwand oder auf einem Streaming Dienst sehen, worauf freut ihr euch? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!