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Teamfight Tactics, Dota Underlords etc.: Was macht Autobattler so erfolgreich?

Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Autobattlern sind eher Segen als Fluch.

Nachdem sich der Custom-Game-Mode Auto Chess für DotA 2 so unglaublich erfolgreich entwickelte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch andere Entwickler an die Umsetzung einer eigenen Version machen würden. Der chinesische Entwickler Drodo Studio arbeitet inzwischen allerdings an einem eigenen Autobattler und Valve selbst hat für DotA 2 Dota Underlords in die offene, kostenlose Beta geschickt. Es bewegt sich also einiges im Land dieser rundenbasierten Teamstrategiemodi. Mit Teamfight Tactics hat Riot inzwischen einen eigenen Spielmodus integriert. Das Ganze ist natürlich klar, im Moment sind Autobattler einfach der absolute Renner und die Spieler verbringen viel Zeit mit den rundentaktischen Spielmodi und Games.

Auto Chess, Autobattler…bitte was?
Für diejenigen, denen weder Auto Chess, Teamfight Tactics, Underlords oder Autobattler was sagen, hier eine kleine Zusammenfassung. In einem Autobattler seid ihr nur der Teamchef, wenn eine Runde beginnt, habt ihr keine Möglichkeiten mehr in den Kampf einzugreifen, da alle Einheiten selbstständig kämpfen. Zwischen den Runden könnt ihr euer Team erweitern, einzelne Einheiten austauschen, Einheiten aufleveln und die Einheiten wie auf einem Schachbrett aufstellen (deshalb Auto Chess). Das ist insofern wichtig, weil ihr eine Frontline bauen müsst, die meistens aus starken, gepanzerten Einheiten besteht, die vermeintlich schwächeren Einheiten wie Magier und Caster stehen dahinter. Dazu kommen noch Einheiten, die sich über das Schlachtfeld bewegen und auf einmal hinter den Teams auftauchen und so schwer berechenbar sind.

Wenn eine Runde vorbei ist, bekommt ihr eine zufällige Auswahl an Einheiten angezeigt, die ihr kaufen könnt (oder, falls ihr genügend Ressourcen habt, neu zusammenwürfeln könnt). Wenn ihr drei Einheiten gleichen Typs gleichzeitig aufs Spielfeld stellt, steigen sie einen Level auf, der höchste Level benötigt sechs gleiche Einheiten. Das ist bei allen Autobattlern zurzeit gleich, egal ob bei Dota Underlords oder bei League of Legends Teamfight Tactics.

Die Einheiten sterben übrigens nicht endgültig, wenn sie in einer Runde sterben, nur euer Lebensbalken ist von Bedeutung: Nach jeder verlorenen Runde werden euch Lebenspunkte abgezogen bis ihr am Ende auf Null seid und dann verloren habt. Da immer mehrere Spieler in einem Match sind, dauern Matches durchaus ein bisschen länger.

Rundenbasiert heißt hier auch, dass ihr wirklich nichts mehr machen könnt, wenn die Runde beginnt. In der Vorbereitungsphase kauft ihr Einheiten, verteilt Gegenstände und sucht euch taktische Kombinationen, die sinnvoll sind. Denn das ist ein wichtiger Aspekt von Autobattlern: Synergieeffekte zwischen verschiedenen Klassen und Einheitentypen machen den Unterschied. Jede Einheit hat bestimmte Eigenschaften und wenn ihr sie mit anderen Einheiten diesen Typs zusammen aufs Spielfeld bringt, gibt es teilweise extreme Boni.

Irgendwie gleich und irgendwie komplett unterschiedlich
Im Grunde genommen geben sich die verschiedenen Spiele nur in Details was, die Visuals, Animationen, Einheiten und kleinste Unterschiede machen genau den Reiz aus, sich für eine Variante zu entscheiden. Denn seien wir ehrlich: Keiner hatte mit dem Erfolg von Auto Chess gerechnet und dass dann andere Hersteller nachziehen würden, war zu erwarten. Teamfight Tactics hat für langjährige Spieler schon mal einen immensen Vorteil: Die Einheiten sind bekannt, da sie die Champions aus League of Legends sind. Und obwohl TFT zunächst als Einsteigerversion für Autobattler gesehen wurde, stimmt auch das nicht mehr. Underlords ist ebenfalls im Vergleich zur Dota 2 Auto Chess Variante sehr weit eingedampft worden.

Zusammenfassend lässt sich wirklich nur ein Tipp geben, wenn ihr Autobattler spielen wollt: alle ausprobieren. Die Entwickler schrauben ständig an ihren Varianten, Cross-Platform-Play wird es sowohl für Dota Underlords als auch für League of Legends Teamfight Tactics geben (also besonders das Spielen auf Mobilgeräten und PCs gegeneinander). Welcher visuelle Stil euch am Ende am besten gefällt, könnt nur ihr entscheiden. Die kleinen Unterschiede führen besonders zum Anfang zu keiner Entscheidungsgrundlage, da man schon ein wenig spielen muss, damit die Meta und das Endgame wirklich interessant werden. Auch die Art, wie man Gold verdient und ausgibt, ist fast gleich und doch ein wenig unterschiedlich.

Wenn ihr euch dann für eine Variante entschieden habt, spielt oft und viel, lernt die perfekten Kombinationen und Item-Kombinationen und entwickelt eure Meta so, dass ihr schnell auf andere Kombinationen von Einheiten reagieren könnt. Denn darauf kommt es an, wenn ihr nicht nur mitspielen, sondern gewinnen wollt: Perfekte Einheitenkäufe trotz Zufallsprinzip (das heißt, ihr müsst immer einen Plan B, C, D etc. haben), im richtigen Moment Gold ausgeben oder sparen und im richtigen Moment Leveln. Sobald ihr das alles komplett verstanden habt – was gut ein paar hundert Matches dauern kann – dann ist auch der immense Zeitdruck nicht mehr da. Ihr spiel sozusagen Blitzschach und genau das ist ja, was man erreichen will.

Also: Schnappt euch den Autobattler eurer Wahl, lernt die besten Setups und habt einfach Spaß! Doch Vorsicht, es könnte einige Zeit dauern, bis ihr wieder aus den Tiefen der Spiele auftaucht, diese Spiele machen süchtig.

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