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Rainbow Six Siege: Tipps für Einsteiger und Umsteiger

Der strategische Shooter aus dem Hause Ubisoft hat in letzter Zeit ganz schön Fahrt aufgenommen und ist im eSport ein ernstzunehmender Wettbewerber.

Wenige taktische Shooter haben es in den letzten Jahren geschafft, Counter-Strike auch nur annähernd die Stirn zu bieten. Rainbow Six Siege ist ein solcher Shooter, weil das Spiel neben Grundmechaniken, die wir kennen und lieben, viele neue Aspekte mitbringt, die den Shooter genügend anders machen und für sich selbst stehen lassen. Dennoch ist es nicht so einfach, von einem anderen Shooter auf Siege umzusteigen und Fuß zu fassen, sogar noch schwerer als wenn man noch nie einen solchen Shooter gespielt hat. Wir haben ein paar Tipps für euch zusammengestellt, damit ihr den perfekten Einstieg habt.

Aim und Movement in Rainbow Six Siege
Obwohl es Gemeinsamkeiten mit solchen Shootern wie Counter-Strike oder Call of Duty gibt, sind viele Dinge genügend anders, dass wir uns damit beschäftigen müssen. Der perfekte Aim ist genauso wichtig wie in anderen Titeln, Headshots führen zum sofortigen Ausschalten des Gegners, Treffer auf den Körper nicht zwangsläufig. Und da kommt schon der erste Unterschied zum großen Bruder Counter-Strike: Global Offensive: Wenn ihr nicht am Kopf getroffen werdet, sterbt ihr nicht sofort, sondern seid verletzt. Sollte der Gegner es nicht schaffen, euch vollständig auszuschalten, kann ein Teammitglied euch wieder aufhelfen. Explosionen und Headshots töten sofort, Körpertreffer nicht.

Außerdem könnt ihr nicht springen in Rainbow Six Siege. Das ist eine echte Umstellung, falls ihr aus einem Action-Shooter wie Overwatch oder auch Counter-Strike kommt. Stattdessen könnt ihr auf Hindernisse klettern und sie überwinden. Wichtiger Aspekt des gesamten Vorgehens im Angriff ist das Abseilen an Gebäuden, so könnt ihr euch andere Einstiegspunkte suchen und seid nicht auf Treppen oder Leitern angewiesen. Fenster und Türen sind meistens verbarrikadiert, ihr müsst sie erst aufbrechen. Das könnt ihr entweder durch Nahkampfangriffe machen (drei Treffer zerstören eine Barrikade) oder ihr schießt die Barrikaden aus sicherer Entfernung auf.

In Rainbow Six Siege ist das vertikale Kämpfen eine große Umstellung für Spieler aus anderen Titeln. Das heißt, dass es Bodenklappen gibt, die ihr raussprengen könnt, um von oben in ein darunterliegendes Stockwerk zu gelangen, ihr könnt große Teile des Bodens zerstören, um eure Gegner anzugreifen (was übrigens in beide Richtungen funktioniert, also passt auf, dass nicht jemand unter euch den Boden kaputtmacht und euch dann von unten attackiert). Insgesamt müsst ihr in Rainbow Six Siege auf fast jeden Winkel aufpassen, da ihr aus allen Richtungen angegriffen werden könnt.

Zusätzlich ist das nach links oder rechts Lehnen ein wichtiger Aspekt von Siege. Das funktioniert nicht automatisch wie bei Call of Duty: Modern Warfare, sondern durch das Drücken der entsprechenden Taste. So könnt ihr Winkel halten und dabei eure Angriffsfläche minimieren.

Die Wahl des richtigen Operators
Inzwischen gibt es 25 Angreifer und 25 Verteidiger in Rainbow Six Siege. Jeder Operator hat seine Berechtigung, jeder Operator hat eine Sonderfähigkeit (und Zugriff auf verschiedene Waffen und Zusatzgerätschaften), aber zu Anfang ist es nicht so einfach, den richtigen Operator auszuwählen. Aber keine Angst, wenn ihr ein paar Grundregeln bei der Auswahl beachtet, funktioniert es auch mit eurem Team. Wichtig: Am Anfang sind nur wenige Operatoren freigeschaltet, ihr schaltet sie über so genannte Renown-Points frei, die ihr durch Aktivitäten im Spiel verdient. Deshalb lohnt es sich absolut, alle Tutorial-Missionen durchzuspielen.

Bevor ihr alle Operatoren freischaltet, um die volle Bandbreite zu haben, solltet ihr euch mit einigen Operatoren anfreunden, die am besten für Einsteiger geeignet sind. Das sollten in der Verteidigung Operatoren sein, die etwas fürs Team bringen und diese Fähigkeiten auch gleich zu Anfang einsetzen können, damit es nicht so schlimm ist, wenn ihr relativ schnell sterbt. Bei den Verteidigern unterscheidet man zwischen Anchors (vom englischen Wort für Anker) und Roamern. Zu Anfang solltet ihr euch erst mal mit dem Spielen als Anchor beschäftigen, da man als Roamer die Karten sehr genau kennen muss.

Für eure ersten Matches als Verteidiger würden wir deshalb Smoke, Rook oder Castle empfehlen. Smoke und Rook spielen immer direkt in der Site, Castle kann – wenn ihr euch ein bisschen mit der Karte auskennt – durchaus ein bisschen durch die Gegend ziehen. Rook hat den absoluten Vorteil, dass er kugelsichere Westen als Sonderfähigkeit mitbringt. Gleich zu Anfang legt ihr die Westen aus, zieht euch eine an und weist eurer Team drauf hin. So habt ihr – selbst wenn ihr sofort sterbt – dem Team schon ganz schön geholfen. Smoke hat Rauchbomben als Sonderfähigkeit, die ihr nutzen könnt, wenn die Gegner versuchen, in die Site einzudringen. Sie verletzen die Gegner und hindern sie gut daran, das Entschärfungswerkzeug zum Einsatz zu bringen. Castle wiederum bringt besondere Barrieren mit, die – anders als die normalen Holzbarrieren – nicht ohne eine Sonderfähigkeit der Angreifer durchbrochen werden können.

Als Angreifer habt ihr ebenfalls ein paar gute Operatoren für Einsteiger in Rainbow Six Siege dabei. Wir würden Thermite, Sledge oder Blackbeard zum Anfang empfehlen. Bei Thermite und Sledge handelt es sich um so genannte Hard-Breacher, das heißt, sie können auch Wände und Barrieren zerstören, die vorher von den Verteidigern verstärkt wurden. Hard-Breacher sind essenziell in jedem Team. Blackbeard wiederum hat ein Schild, das er auf seine Waffe bauen kann. Dadurch ist er schwerer zu töten. Zwei dieser Schilde bekommt man als Blackbeard. Folgt zunächst eurem Team, wenn ihr neu seid und geht nicht allein auf die Jagd.

Euer erstes Game als Verteidiger
Jetzt ist es soweit, ihr spielt Verteidiger, was ist zu tun? Sucht euch einen der oben genannten Operatoren aus und sagt eurem Team, dass ihr noch Einsteiger seid. Das ist wichtig, da man während der Vorbereitungsphase noch zwei Verstärkungen hat, die man relativ frei platzieren kann. Mit ihnen kann man entweder Bodenklappen befestigen oder Wände verstärken, sodass die Gegner sie nicht so einfach durchbrechen können. Jede Karte und jede Site haben verschiedene Punkte, die man verstärkt, also fragt euer Team, wo sie die Befestigungen am liebsten haben wollen. Wundert euch nicht, wenn euer Team damit beginnt, die Räume umzugestalten, Löcher in Wände zu schießen und so weiter. Wenn man sich ein bisschen auskennt, weiß man, von wo die Gegner wahrscheinlich kommen werden und kann sich so Schießscharten bauen, um neue Winkel aufzumachen und die Gegner so zu überraschen.

Wenn verfügbar für euren Operator, wählt den Stacheldraht als Zusatzgegenstand aus und legt ihr an Treppen und den Türen rund um die Site aus. Dieser Draht hat den Vorteil, dass er Geräusche macht, wenn ein Gegner versucht, durchzudringen. Außerdem verlangsamt er die Bewegung der Gegner. Diese Drähte können natürlich zerstört werden, was euch aber wieder Sounds gibt, die ihr nutzen könnt, um den Gegner zu überraschen.

Euer erstes Game als Angreifer
Als Angreifer ist erst mal alles sehr viel komplizierter. Während der Vorbereitungszeit fahrt ihr mit einer Drohne durch das Gebäude und versucht, so viele Informationen wie möglich zu erhalten (Position der Bomben, Verteidigungsmaßnahmen, welche Operatoren werden bei den Verteidigern gespielt etc.). Die Drohnen werden leicht von den Verteidigern abgeschossen, passt also auf, wo ihr langfahrt.

Sucht euch einen Einstiegspunkt aus, an dem möglichst mehrere Teammitglieder auch anfangen, folgt ihnen dann zum Einsatzort. Wichtig: Es gibt immer wieder Verteidiger, die selbst Barrikaden an Fenstern zerstören. Passt darauf auf, denn meistens nutzen die Verteidiger diese Positionen, um euch gleich beim Spawn zu töten. Nutzt eure Drohnen, die ihr mit dabei habt, um die nächsten Schritte abzusichern. Wenn ihr einen Hard-Breacher wie Thermite oder Sledge (oder später Hibanna, Maverick etc.) spielt, fragt euer Team, wo sie eindringen wollen und sorgt dafür, dass ihr ihnen den Weg frei macht. Dabei immer darauf achten, dass Wände, die unter Strom stehen, eure Thermite-Bomben zerstören und das wäre eine echte Verschwendung.

Ein Angriffsteam sollte immer einen Hard-Breacher haben, am besten dazu noch jemanden, der sich um Stromfallen etc. kümmern kann (Thatcher) und jemanden, der die gegnerischen Positionen aufdecken kann (Dokkaebi, Jackal, Lion etc.). Wenn kein Teammitglied einen Hard-Breacher nimmt, füllt selbst diese Rolle. Am Ende geht es nur darum, als Team zu gewinnen.

Weitere hilfreiche Tipps

  • Springt nicht sofort in ein Match, wärmt euch auf. Leider gibt es keine Trainings- oder Aim-Maps wie in Counter-Strike, ihr müsst Terrorist Hunt spielen. Dennoch, geht nicht unaufgewärmt in ein Match.
  • Jedes Mal, wenn ihr einen neuen Operator freischaltet, solltet ihr euch gleich um das Equipment kümmern. Das heißt: Welche Waffen mit welchen Aufsätzen will ich nutzen, welches Zusatzequipment (Stacheldraht, C4, Granaten etc.).
  • Macht euch mit jeder Waffe erst im Terrorist Hunt vertraut. Jede Waffe hat eine andere Streuung, Feuergeschwindigkeit etc. Selbst wenn eine Waffe bei Profis einfach zu handeln aussieht, heißt das nicht, dass es auch bei euch funktioniert.
  • Schaut euch dezidierte Operator-How-Tos an (wir empfehlen hier Gregor, auf Englisch, Playlist zu den Operatoren ist hier zu finden: http://bit.ly/2oWYfdG)
  • Tiefgreifende Taktiken mit mehr Finesse könnt ihr bei früheren Pros wie KingGeorge lernen, wenn ihr euch weiterbilden wollt.

Natürlich können diese Tipps aus euch nicht sofort einen Profi machen, und es gibt noch sehr viele Feinheiten, um in Rainbow Six Siege wirklich gut zu werden. Deshalb gilt auch bei diesem Shooter, was für jeden anderen Shooter gilt: Je mehr und länger ihr spielt, desto besser werdet ihr. Wir wünschen euch viel Erfolg!

Wollt ihr noch mehr erfahren? Habt ihr noch eine Frage? Schreibt sie einfach in die Kommentare!

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