Audio Games

Musik und Gaming – die perfekte Kombination

Als die Möglichkeiten für die Nutzung von Musik und Melodien in Games endlich vorhanden waren, begann eine perfekte Symbiose zweier Kunstformen: Musik und Gaming.

Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es eine Zeit im Gaming gab, in der Musik schlicht technisch nicht einzubauen war. Heutzutage sind Spiele-Soundtracks normal, komponiert und produziert von Grammy-Preisträgern, große Orchester spielen klassische Videogame-Soundtracks wie Zelda, Final Fantasy etc. Gerade deshalb ist es interessant, mal den gegenseitigen Einfluss von Gaming und Musik anzuschauen und wie einige Games Musiker im Nachhinein bekannt gemacht haben und wie teilweise Musik in Spielen das Gameplay trägt.

Retro-Gaming und 8-Bit-Musik
Die technischen Möglichkeiten in Games mögen sich immer verbessern, die audiovisuelle Qualität sich ständig erhöhen, aber auf der anderen Seite steht immer auch das Retro-Gaming und die oft damit verbundene 8-Bit-Musik. Fast jeder Gamer – und darüber hinaus auch Nicht-Gamer – kennt zum Beispiel die Musik von Super Mario, sie wird von verschiedenen Künstlern außerhalb des Gamings immer mal wieder als Melodiefragment genutzt. Und natürlich haben die Klassiker einfach einen unheimlichen Charme, Reduktion auf das Wesentliche sozusagen. Dazu kommen 8-Bit-Künstler, die genau das der sehr polierten Produktion heutiger Musik entgegensetzen.

In letzter Zeit gibt es auch immer wieder moderne Spiele, die so sehr retro sind, dass man denken könnte, sie kämen aus einer lang vergessenen Zeit (obwohl sie aus der jetzigen Zeit sind). Das hat heutzutage natürlich nichts mehr mit technischen Möglichkeiten zu tun, es ist ein künstlerisches Mittel im Gamedesign und im Design von Audio und Grafik. Und auch bei diesen künstlerisch auf alt gemachten Spielen ist eines zu beobachten: Auch die Soundtracks sind an die Klassiker angelehnt. Wir finden, dass solch künstlerische Herangehensweise gut zeigt, wie wichtig die Symbiose zwischen Musik und Gaming ist. Beides muss stimmig sein.

Prägende Soundtracks und Vorreiter
Wenn man sich anschaut, welche Soundtracks wirklich prägend waren und welche neue Musik (und vergessene Klassiker) in das Gaming gebracht haben, fällt gleich mal auf, dass das doch mehr sind, als man so beim ersten Nachdenken griffbereit hat: Da sind zum Einen die Sportspiele, die erfolgreich seit vielen Jahren auf dem Markt sind wie FIFA oder Madden. Dann der Klassiker für geniale Soundtracks: die Tony-Hawk-Spiele. Aber auch Racer wie Burnout oder Need for Speed hatten und haben geniale Musik, teilweise wurden Künstler im Nachhinein erst berühmt durch die Einbindung ihrer Musik in Soundtracks. Ein gutes Beispiel sind The Refused, die ihr heutzutage nicht nur in alten Tony-Hawk-Soundtracks hört, sondern auch im „Fight Like Hell“-Trailer zu Doom. Die Band gab es da eigentlich schon nicht mehr, der Track „New Noise“ war schon lange vorher auf dem Album „The Shape of Punk to Come“ erschienen.

Heutzutage sind Soundtracks für Games Vorreiter, sie werden von Musikliebhabern zusammengestellt oder extra für ein Spiel von hochkarätigen Produzenten komponiert. Und auch die Musikstars schmücken sich gern mit Titeln, die sie für Spiele beisteuern, so wie es schon seit jeher eine Ehre für einen Musiker oder eine Band ist, den Titeltrack für einen James Bond Film zu machen. Ein aktuelles Beispiel für dieses Zusammenfließen verschiedener Kunstformen sind die Real-Action-Trailer zu Ubisofts Ghost Recon: Breakpoint, in denen Künstler wie Lil Wayne oder Snoop Dogg nicht nur mitspielen, sondern auch musikalisch einiges beitragen. Gaming ist schon lange erwachsen geworden, jetzt sind auch Musiker und Labels voll mit im Boot. Wenn man sich anschaut, wie die Band Sabaton mit Wargaming zusammenarbeitet, den Soundtrack erschafft und gleichzeitig noch im Spiel verewigt wird, dann kann man nur erahnen, was da noch auf uns zukommt.

Gaming und Musik – live in Concert
Beim diesjährigen Wacken Open Air, seines Zeichens größtes Heavy-Metal-Festival der Welt mit über 75.000 Besuchern, war die genannte Symbiose perfekt zu erleben. Es gab im so genannten Full Metal Gaming Village nicht nur die Chance, einige Spiele anzuspielen und bei Shows mitzumachen, durch das Programm führten neben Helden des Gamings wie Uke Bosse auch Musiker, die nicht nur Hallen füllen, sondern eben auch Gamer sind. Matt Heafy von der Band Trivium ist ein Superstar, die Tourneen sind ausverkauft, sein Stream ist immer voll. Also wurde spontan ein Overwatch-Turnier mit anderen Bands und dem Publikum veranstaltet und danach gab es ein Akustikkonzert des Gitarristen. So stellt man sich Musik, Stars und Gaming zum Anfassen vor.

Dass die Grammy-prämierte Cellistin Tina Guo, Lieblingscellistin von keinem geringeren als Hans Zimmer, auf ihrem YouTube-Channel nicht nur Game-Soundtracks neu vertont, sondern ebenfalls dann auf der großen Bühne mit Heavy-Metal-Größen wie Sabaton oder Beyond the Black spielte, zeigt, dass die Grenzen schon lange aufgebrochen sind und endlich die Kunstformen zusammenarbeiten. Orchesterkonzerte, bei denen Final Fantasy, Star Wars, Nintendo-Klassiker uvm. gespielt werden, belegen das beeindruckend. Es gibt schlicht keine Berührungsängste mehr.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass dieses Zusammenwachsen für uns immens praktisch ist: Wir müssen uns nicht mehr mit schlecht zusammengestellten Soundtracks rumschlagen, die das Gameplay vernichten, sondern haben inzwischen die perfekte Kombination verschiedener Welten.

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